Elbenlocher Hexen
Die Elbenlocher Hexen aus Schwalldorf: Tradition seit 1984
Unsere Hexengruppe blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1984, leitet sich unser Name von einem markanten Waldgebiet auf der Schwalldorfer Gemarkung ab. Einer alten Erzählung aus dem Heimatbuch zufolge trieben dort bereits im 15. und 16. Jahrhundert Hexen ihr Unwesen.
Das Häs der Elbenlocher Hexen
Das Erscheinungsbild unserer Gruppe ist einzigartig und detailverliebt gestaltet. Zur traditionellen Ausstattung (dem „Häs“) gehören:
- Gruslige Holzmaske: Handgefertigt mit einem langen Pferdeschweif als Haarpracht.
- Farbenfrohes Gewand: Bestehend aus einer bunten Bluse, einem passenden Rock und einem bunten Kopftuch.
- Traditionelles Schuhwerk: Klassische Strohschuhe runden das Bild ab.
Die Einzelfigur: Der Elbenlocher Teufel
Ein besonderes Highlight unserer Gruppe ist der „Teufel“. Als Einzelfigur trägt er eine furchteinflößende Holzmaske, kombiniert mit dunklem Schafsfell. Sein markanter schwarzer Anzug mit Umhang ist eine Hommage an den sagenumwobenen „Mann mit schwarzer Kleidung“.
Laut Überlieferung bezahlte dieser einst die einheimischen Weiber, um Böses zu tun, und versammelte sie schließlich zum gemeinsamen Hexentanz um sich.
Unser Narrenruf: > „Elbenlocher – Hexen!“


Schwalldorfer Bären
Nicht nur die Hexen, auch die Schwalldorfer Bären sind ein lebendiger und aktiver Teil unserer Fasnetstradition! Besonders hervorzuheben ist hierbei unsere Bärengruppe, die aus einer Eigeninitiative Jugendlicher (hauptsächlich Mädchen) entstand.
Von der Idee zur festen Instanz
Was als Begeisterung für die Maskenfasnet begann, wurde schnell offiziell: Im Jahr 1994 wurden die „Bären“ fest in die Narrenzunft Schwalldorf eingegliedert. Seitdem sind sie von den Umzügen in der Region nicht mehr wegzudenken und bereichern unser Zunftleben durch ihre aktive Teilnahme.
Ein Häs zum Verlieben
Die Bären sind die Sympathieträger der Schwalldorfer Fasnet. Ihr Erscheinungsbild besticht durch:
- Freundliche Bärenmasken: Statt Grusel setzen wir hier auf ein einladendes und charmantes Gesicht, das besonders bei Kindern sehr beliebt ist.
- Fellartiger Anzug: Das kuschelige Bärenfell sorgt für den typischen Look und macht die Gruppe bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt.
Ob beim großen Umzug oder bei Brauchtumsveranstaltungen – unsere Bären zaubern den Zuschauern am Straßenrand garantiert ein Lächeln ins Gesicht.
Narrenruf: „Bären – Dreck“
Schwalldorfer Dralle
Der Schwalldorfer Dralle: Unser Weißnarr mit Geschichte
Seit 1990 bereichert der „Dralle“ als stolze Weißnarr-Figur das Bild unserer Narrenzunft. Er stellt die zweite wichtige Säule unseres Brauchtums dar und verbindet die dörfliche Geschichte Schwalldorfs mit der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
Eine Anekdote mit Augenzwinkern
Hinter dem Namen „Dralle“ verbirgt sich eine charmante Überlieferung vom Schwalldorfer Kirbetanz. Eine – wie es heißt – etwas „dickliche“ Tänzerin soll ihrem Liebsten, der beim Tanz zögerlich war, energisch zugerufen haben:
„Du Dralle, danz me ao!!!“
Dieser lebendige Ausruf gab der Figur ihren Namen und bewahrt bis heute ein Stück lokaler Identität.
Das Häs: Bäuerliche Symbolik und Handwerkskunst
Das Erscheinungsbild des Dralle ist hochgradig detailreich und symbolträchtig. Es unterscheidet sich deutlich von den Hexenmasken durch seine helle, bäuerliche Ästhetik:
- Die Larve: Eine bräunliche, faltige Holzmaske (Bauernmaske), die von hellem Fell eingerahmt wird.
- Der Weißnarr-Anzug: Das weiße Gewand ist aufwendig mit verschiedenen bäuerlichen Symbolen handbemalt. Zu sehen sind typische Motive wie Rechen, Sense, Getreideähren sowie Darstellungen von Bauer und Bäuerin.
- Das Glockengeläut: Ausgestattet mit schweren Glockensträngen, kündigt der Dralle sein Kommen schon von Weitem akustisch an.
Narrenruf: „Schwalldorfer – Dralle“


Brodesg’heckler
Die „Brodesg’heckler“ – Geschichte & Tradition unserer Kleingruppe
Erfahre alles über die Entstehung, den historischen Hintergrund und den traditionellen Narrenruf der „Brodesg’heckler“ – einer ganz besonderen Kleingruppe unserer Fasnet.
Die Geburtsstunde der Brodesg’heckler (1999)
Nach unserem großen 10-jährigen Jubiläumsfest im Jahr 1999 ließ der damalige Vorstand Gerhard Willbold – der übrigens auch als talentierter Maskenschnitzer unserer Zunft war – eine alte Idee Wirklichkeit werden.
Er nahm die historischen Pappmaschee-Masken aus den Anfangstagen der örtlichen Fasnet als Vorlage und setzte sie meisterhaft in Holzform um. Er schuf die Holzmasken für Bauer und Bäuerin. Ausgestattet mit einer alten Festtagstracht bzw. einem traditionellen Festtagsanzug war eine neue Kleingruppe geboren: die „Brodesg’heckler“. Das Besondere an ihnen? Sie treten bis heute ausschließlich pärchenweise auf.
Der historische Hintergrund: Woher kommt der Name?
Hinter dem außergewöhnlichen Namen unserer Kleingruppe steckt eine humorvolle, alte Überlieferung aus der Region, die weit in die Geschichte zurückreicht:
- Der Zehnte für den Johanniterorden: In früheren Zeiten mussten die Bauern den zehnten Teil ihrer Ernte im benachbarten Hemmendorf beim dortigen Johanniterorden abgeben.
- Essen und Trinken nach Belieben: Nach der Abgabe war es Brauch, dass man dort nach Herzenslust essen und trinken durfte. Auch für den Heimweg durfte sich reichlich verpflegt werden.
- Das Malheur auf dem Heimweg: Die Legende besagt, dass angetrunkene Heimkehrer auf dem Rückweg ihre mitgenommenen Bratenstücke („Brodes“) verloren („verg’hecklad“) haben.
Aus dieser Missgeschick-Geschichte entstand damals der spöttische, aber liebevolle Neckname „Brodesg’heckler“, den unsere Kleingruppe heute mit großem Stolz trägt.
Unser Narrenruf
Wenn du die Brodesg’heckler auf der Fasnet triffst, grüßt man sich mit unserem traditionellen Ruf:
„Brodes – g’heckler“